Die Geschichte eines Kneipers – 48 Jahre hinter dem Tresen

Ich möchte erzählen, wie alles begann und wie ich 48 Jahre meines Lebens als Wirt und Kneiper verbracht habe. Eine Zeit voller Begegnungen, Geschichten, Erfolge, Herausforderungen und unvergesslicher Erlebnisse.

Alles begann im Jahr 1977. Damals spielte ich Fußball in der Landesliga. Mit dem Gaststättengewerbe hatte ich eigentlich überhaupt nichts zu tun. Nach unseren Spielen trafen wir uns regelmäßig in unserer Vereinskneipe, dem Isenbecker, das von Günter Kiesel geführt wurde.

Eines Sonntagnachmittags kamen wir nach einem Spiel in die Kneipe, doch niemand stand hinter dem Tresen. Als ich nachsah, entdeckte ich Günter hinter der Theke liegend. Natürlich bekamen wir einen großen Schreck. Ich rief sofort den Krankenwagen. Schnell stellte sich heraus, dass er stark alkoholisiert war.

Der Hauseigentümer, Herr Borrhorst, hatte genug und kündigte an, ihn aus der Gaststätte zu entfernen. Spontan fragte ich, ob ich die Kneipe vorübergehend übernehmen könne. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich als Installateur auf dem Bau und spielte aktiv Fußball. Trotzdem bekam ich die Chance.

Ich ging zur Bank und nahm einen Kredit über 20.000 D-Mark auf. Mit diesem Geld renovierte und modernisierte ich die kleine Gaststätte. Am 1. Oktober 1977 eröffnete ich den Isenbecker unter meiner Leitung.

Die ersten zweieinhalb Jahre arbeitete ich weiterhin tagsüber auf dem Bau und führte zusätzlich die Kneipe. Irgendwann wurde die Belastung zu groß, und ich entschied mich, mich ganz auf die Gastronomie zu konzentrieren.

1980 übernahm ich zusätzlich den Werrekrug. Plötzlich führte ich zwei Gaststätten gleichzeitig. Besonders herausfordernd war die Küche, denn vom Kochen verstand ich damals überhaupt nichts. Mein erstes Schnitzel wurde pechschwarz. Doch mit der Zeit lernte ich dazu und wurde immer besser.

Den Isenbecker gab ich später wieder auf und konzentrierte mich auf den Werrekrug. 1982 eröffnete ich schließlich den legendären King’s Pub in Bad Salzuflen – einen der erfolgreichsten und schönsten Läden meiner Laufbahn.

Der King’s Pub wurde schnell zu einem Treffpunkt für viele Menschen. Bis heute treffen sich ehemalige Gäste und Freunde zweimal im Jahr zu den sogenannten „King’s-Pub-Legenden-Treffen“. Das erfüllt mich noch immer mit Stolz.

Nach fast zehn Jahren erfüllte ich mir einen weiteren Traum. 1987 kaufte ich ein altes Haus in der Innenstadt von Bad Salzuflen. Das Gebäude wurde komplett umgebaut und renoviert. 1989 eröffnete dort das „Anno 1571“.

Auch dort durfte ich viele wunderbare Menschen kennenlernen. Es entstanden Freundschaften, Geschichten und Erinnerungen, die mich bis heute begleiten. Gleichzeitig erlebte ich auch die traurigen Seiten des Lebens und musste von vielen Gästen Abschied nehmen, die im Laufe der Jahre verstorben sind.

Im Jahr 2001 zog ich nach Horn-Bad Meinberg. Dort übernahm ich das Kartoffelhaus. Eigentlich wollte ich dort auch wieder Fußball spielen, entschied mich dann aber für eine Trainertätigkeit in Lage.

Bis 2008 führte ich das Kartoffelhaus. Anschließend wechselte ich in die Friedenseiche in Lage, mitten in der Fußgängerzone. Dort blieb ich bis 2015.

Schon damals sagte ich oft: „Wenn ich irgendwann wieder mehr Ruhe habe, komme ich nach Bad Salzuflen zurück.“

Diesen Plan setzte ich 2015 um und eröffnete das Wirtshaus Lohhof in Schötmar. Wieder folgten viele schöne Jahre mit Feiern, Veranstaltungen und zahlreichen Gästen.

Ende 2025 war schließlich Schluss. Meine Frau war gesundheitlich angeschlagen, und auch ich merkte, dass die Zeit gekommen war, kürzerzutreten.

Eigentlich hatte ich immer ein Ziel: 50 Jahre Kneiper zu sein. Dieses Ziel habe ich knapp verfehlt. Doch viele Freunde sagen heute zu mir:

„Kurt, du hast dein ganzes Leben geschuftet. Mach einfach zwei Jahre Urlaub – dann hast du die 50 Jahre auch voll.“

Vielleicht haben sie sogar recht.

Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich 48 Jahre voller Arbeit, Freude, Freundschaften und Geschichten. Genau diese Geschichten möchte ich in diesem Buch erzählen. Denn hinter jedem meiner Lokale verbergen sich besondere Erlebnisse, lustige Begebenheiten, bewegende Schicksale und Menschen, die mein Leben geprägt haben.

Dies ist die Geschichte eines gnadenlosen Kneipers – und sie ist noch lange nicht zu Ende.

Die Geschichte des Kings Pub – Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Als Barbara und ich im April 1982 den Kings Pub eröffneten, waren wir voller Tatendrang und Zuversicht. Wir waren überzeugt, dass wir mit unserer eigenen Kneipe einen Traum verwirklichen würden. Doch schon nach der ersten Besichtigung wurde uns klar, dass vor uns eine gewaltige Aufgabe lag.

Die Räume hatten zweieinhalb Jahre leer gestanden. Zuvor befand sich dort das Restaurant „Kunst und Kochen“. Die Wände waren mit alten Bildern behängt, der Putz bröckelte, und im Keller herrschten Zustände, die man lieber schnell wieder vergaß. Schnell war klar: Hier musste alles von Grund auf erneuert werden.

Also krempelten wir die Ärmel hoch. Wir renovierten praktisch den gesamten Laden. Die Theke wurde neu gebaut, Decken und Böden erneuert, die Einrichtung komplett ausgetauscht und alles mit hochwertigem Holz gestaltet. Rund 300.000 D-Mark investierten wir – eine gewaltige Summe. Aber schon bald zeigte sich, dass sich jeder einzelne Pfennig gelohnt hatte.

Aus den alten Räumen entstand eine der bekanntesten Kneipen in Bad Salzuflen. Der Kings Pub entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zum Treffpunkt für Jung und Alt – zur echten In-Kneipe der Stadt. Der Name passte perfekt, denn wir schenkten König Pilsener aus, das damals zu den beliebtesten Bieren Deutschlands gehörte.

Bereits zur Eröffnung war das Interesse riesig. Natürlich dachten wir zunächst, viele Gäste kämen nur aus Neugier. Doch die Begeisterung hielt an. Woche für Woche wurde der Pub voller. Die Gäste fühlten sich wohl, fast wie in ihrem zweiten Wohnzimmer. Schon bald kamen sie nicht nur aus Bad Salzuflen, sondern aus der ganzen Umgebung.

Wir wollten unseren Gästen mehr bieten als gutes Essen und kühle Getränke. Deshalb organisierten wir zahlreiche Veranstaltungen: Live-Musik mit Bands, Fahrten zu Fußballspielen, jährliche Reisen nach Prag mit unserer großen Fangruppe, Ausflüge nach Willingen, Schönheitswettbewerbe, Polterabende und viele weitere besondere Aktionen. Im Kings Pub war immer etwas los.

Ein großer Vorteil war unsere enge Verbindung zum Fußball. Mein Bruder und ich hatten selbst aktiv gespielt und kannten viele Spieler persönlich. So besuchten uns immer wieder bekannte Fußballer aus Lippe und aus ganz Deutschland. Mit Thomas Helmer und Thomas Stratos hatte ich sogar noch in einer Mannschaft gespielt.

Zu unseren Gästen gehörten außerdem bekannte Profis wie Bernd Wehmeyer vom Hamburger SV, den ich bereits aus Herford kannte. Ein ganz besonderer Moment war der Besuch des englischen Nationalspielers Kevin Keegan, der damals ebenfalls beim Hamburger SV spielte. Solche Abende blieben natürlich unvergessen.

Doch nicht nur Fußballgrößen fanden den Weg in den Kings Pub. Auch Schauspieler, Musiker und Kabarettisten kehrten nach ihren Auftritten regelmäßig bei uns ein. Der wohl bekannteste war Karl Dall, der sich besonders gern an unserem Billardtisch aufhielt und dort mit sichtbarer Freude die Kugeln rollen ließ.

Mit den Jahren wurde der Kings Pub immer erfolgreicher. Menschen jeden Alters gingen bei uns ein und aus. Es entstand eine Atmosphäre, die viele bis heute mit schönen Erinnerungen verbinden.

Nach zehn erfolgreichen Jahren eröffnete sich jedoch eine neue Chance. Über einen meiner Getränkelieferanten erfuhr ich, dass das traditionsreiche Altdeutsche Gasthaus in der Osterstraße zum Verkauf stand. Damit begann sich bereits das nächste Kapitel meines Lebens anzubahnen – doch das ist eine Geschichte für sich.

Mein neues Leben als Gastwirt

Die Geschichte eines Kneipers – 48 Jahre hinter dem Tresen

Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, kann ich manchmal selbst kaum glauben, wie alles gekommen ist. Eigentlich war mein Weg ganz anders geplant. Ich war Installateur, arbeitete auf dem Bau und spielte mit großer Leidenschaft Fußball. Mit dem Gaststättengewerbe hatte ich zunächst überhaupt nichts zu tun.

Und doch sollte die Gastronomie mein Leben für fast fünf Jahrzehnte bestimmen.

48 Jahre lang stand ich hinter Tresen, begrüßte Gäste, führte Gaststätten, organisierte Veranstaltungen, feierte mit Menschen und lernte unzählige Persönlichkeiten kennen. Ich erlebte Freundschaften, Erfolge und schöne Momente, aber auch schwierige Zeiten und Abschiede.

Heute weiß ich: Hinter jedem Lokal, das ich geführt habe, steckt eine eigene Geschichte. Und hinter jeder Geschichte stehen Menschen.

Alles begann im Jahr 1977

Damals spielte ich Fußball in der Landesliga. Nach unseren Spielen trafen wir uns regelmäßig in unserer Vereinskneipe, dem „Isenbecker“, die von Günter Kiesel geführt wurde.

Eines Sonntagnachmittags kamen wir nach einem Spiel wie gewohnt in die Kneipe. Doch niemand stand hinter dem Tresen. Als ich nachsah, entdeckte ich Günter hinter der Theke liegend.

Natürlich bekamen wir einen großen Schreck. Ich rief sofort den Krankenwagen. Schnell stellte sich heraus, dass Günter stark alkoholisiert war.

Der Hauseigentümer, Herr Bollrhorst, hatte schließlich genug und kündigte an, Günter aus der Gaststätte zu entfernen.

Ich weiß noch genau, dass ich damals spontan fragte, ob ich die Kneipe nicht vorübergehend übernehmen könnte.

Eigentlich war das ein ziemlich verrückter Gedanke.

Ich arbeitete damals noch als Installateur auf dem Bau, spielte aktiv Fußball und hatte von der Führung einer Gaststätte eigentlich keine Ahnung. Trotzdem bekam ich die Chance.

Ich ging zur Bank und nahm einen Kredit über 20.000 D-Mark auf. Mit diesem Geld renovierte und modernisierte ich die kleine Gaststätte.

Am 1. Oktober 1977 war es dann so weit:

Ich eröffnete meine erste eigene Kneipe – den „Isenbecker“.

Damit begann ein neues Kapitel in meinem Leben.

Arbeiten auf dem Bau und gleichzeitig Kneiper

Die ersten zweieinhalb Jahre führte ich ein Leben mit zwei Berufen.

Tagsüber arbeitete ich weiterhin als Installateur auf dem Bau. Abends und am Wochenende stand ich hinter dem Tresen.

Das war eine enorme Belastung. Irgendwann merkte ich, dass ich mich entscheiden musste.

Ich entschied mich für die Gastronomie.

Im Jahr 1980 übernahm ich zusätzlich den „Werrekrug“. Plötzlich führte ich zwei Gaststätten gleichzeitig.

Eine besondere Herausforderung war für mich die Küche. Vom Kochen hatte ich damals nämlich überhaupt keine Ahnung.

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Schnitzel.

Es wurde pechschwarz.

Aber ich ließ mich nicht entmutigen. Ich lernte dazu, probierte immer wieder Neues aus und wurde mit der Zeit tatsächlich immer besser.

Wenn ich heute daran zurückdenke, muss ich schmunzeln. Mit ein bisschen Glück wäre ich damals vielleicht sogar noch als Koch durchgegangen.

Den „Isenbecker“ gab ich später wieder auf und konzentrierte mich auf den „Werrekrug“.

Doch dann kam das Jahr 1982.

Dieses Jahr sollte mein Leben grundlegend verändern.

Der Schritt zum Kings Pub

Nach meiner schweren Rückenoperation in Hannover musste ich mein Leben neu ordnen. Die körperlich schwere Arbeit als Installateur auf dem Bau konnte ich nicht mehr wie bisher ausüben.

Also musste ich mir überlegen, wie es beruflich weitergehen sollte.

Und wieder führte mich das Leben in eine neue Richtung.

Im April 1982 eröffneten Barbara und ich den „Kings Pub“ in Bad Salzuflen.

Damit begann für mich ein beruflicher Lebensabschnitt, der mich viele Jahrzehnte begleiten sollte.

Die Räume, die wir übernommen hatten, standen zuvor zweieinhalb Jahre leer. Vorher befand sich dort das Restaurant „Kunst und Kochen“.

Schon bei der ersten Besichtigung war uns klar, dass eine gewaltige Aufgabe vor uns lag.

Die Wände waren mit alten Bildern behängt, der Putz bröckelte, und im Keller herrschten Zustände, die man lieber schnell wieder vergessen wollte.

Aber wir hatten eine Vision.

Wir krempelten die Ärmel hoch und machten uns an die Arbeit.

Praktisch der gesamte Laden wurde von Grund auf renoviert. Die Theke wurde neu gebaut, Decken und Böden wurden erneuert, die Einrichtung komplett ausgetauscht und alles mit hochwertigem Holz gestaltet.

Rund 300.000 D-Mark investierten wir in den Umbau.

Für uns war das eine gewaltige Summe und natürlich auch ein großes Risiko.

Aber wir glaubten an unsere Idee.

Und schon bald zeigte sich, dass sich die Investition gelohnt hatte.

Der Kings Pub wird zur Erfolgsgeschichte

Aus den alten Räumen entstand eine der bekanntesten Kneipen in Bad Salzuflen.

Der „Kings Pub“ entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Treffpunkt für Jung und Alt – zu einer echten In-Kneipe der Stadt.

Auch der Name passte perfekt zu unserem Konzept. Wir schenkten König Pilsener aus, das damals zu den beliebtesten Bieren Deutschlands gehörte.

Schon zur Eröffnung war das Interesse riesig.

Natürlich dachten wir zunächst, dass viele Menschen nur aus Neugier kommen würden. Aber die Begeisterung hielt an.

Woche für Woche wurde der Pub voller.

Unsere Gäste fühlten sich bei uns wohl. Für viele wurde der Kings Pub fast zu einer Art zweitem Wohnzimmer.

Bald kamen die Menschen nicht mehr nur aus Bad Salzuflen, sondern aus der gesamten Umgebung.

Wir wollten unseren Gästen mehr bieten als gutes Essen und kühle Getränke. Deshalb organisierten wir zahlreiche Veranstaltungen und besondere Aktionen.

Es gab Live-Musik mit verschiedenen Bands, Fahrten zu Fußballspielen, jährliche Reisen nach Prag mit unserer großen Fangruppe, Ausflüge nach Willingen, Schönheitswettbewerbe, Polterabende und vieles mehr.

Im Kings Pub war eigentlich immer etwas los.

Fußball und der Kings Pub

Ein großer Vorteil war meine enge Verbindung zum Fußball.

Mein Bruder und ich hatten selbst aktiv gespielt und kannten dadurch viele Spieler persönlich.

So kamen immer wieder bekannte Fußballer aus Lippe und aus ganz Deutschland zu uns.

Mit Thomas Helmer und Thomas Stratos hatte ich sogar noch selbst in einer Mannschaft gespielt.

Zu unseren Gästen gehörte auch Bernd Wehmeyer vom Hamburger SV, den ich bereits aus meiner Zeit in Herford kannte.

Ein ganz besonderer Moment war der Besuch des englischen Nationalspielers Kevin Keegan, der damals ebenfalls beim Hamburger SV spielte.

Solche Begegnungen bleiben natürlich im Gedächtnis.

Doch nicht nur Fußballer fanden den Weg in den Kings Pub.

Auch Schauspieler, Musiker und Kabarettisten kamen nach ihren Auftritten gerne bei uns vorbei.

Einer der bekanntesten Gäste war sicherlich Karl Dall.

Er hielt sich besonders gerne an unserem Billardtisch auf und ließ dort mit sichtlicher Freude die Kugeln rollen.

Der Kings Pub wurde mit den Jahren immer erfolgreicher.

Menschen jeden Alters gingen bei uns ein und aus. Es entstand eine ganz besondere Atmosphäre.

Viele Menschen verbinden bis heute schöne Erinnerungen mit dieser Zeit.

Und auch heute noch treffen sich ehemalige Gäste und Freunde zweimal im Jahr zu den sogenannten „Kings-Pub-Legenden-Treffen“.

Das erfüllt mich noch immer mit Stolz.

Denn dann wird mir bewusst, dass der Kings Pub für viele Menschen mehr war als nur eine Kneipe.

Er war ein Stück ihres Lebens.

Das Anno 1571

Nach fast zehn erfolgreichen Jahren eröffnete sich für mich eine neue Möglichkeit.

Über einen meiner Getränkelieferanten erfuhr ich, dass ein altes Haus in der Innenstadt von Bad Salzuflen zum Verkauf stand.

Im Jahr 1987 kaufte ich das Gebäude.

Es war ein großes Projekt. Das Haus wurde komplett umgebaut und renoviert.

1989 eröffnete ich dort das „Anno 1571“.

Auch hier durfte ich wieder viele wunderbare Menschen kennenlernen.

Es entstanden neue Freundschaften, neue Geschichten und neue Erinnerungen.

Das „Anno 1571“ wurde zu einem weiteren wichtigen Kapitel meines Lebens.

Heute wird das Wirtshaus noch immer von guten Freunden, unter anderem Jürgen und Uwe, erfolgreich geführt. Nur der Name hat sich inzwischen geändert.

Heute heißt es „Anno 1966 – Das gute Wirtshaus“.

Wenn ich daran zurückdenke, erfüllt es mich mit Freude, dass dieser Ort bis heute weiterlebt.

Natürlich erlebt man als Gastwirt nicht nur die schönen Seiten des Lebens.

Im Laufe der Jahre musste ich auch von vielen Gästen Abschied nehmen, die verstorben sind.

Man lernt Menschen kennen, begleitet sie über viele Jahre und manchmal sogar Jahrzehnte. Man feiert gemeinsam, lacht gemeinsam und erlebt wichtige Momente miteinander.

Und irgendwann kommt der Tag, an dem ein vertrauter Platz leer bleibt.

Auch das gehört zur Geschichte eines Gastwirts.

Ein neues Kapitel in einer weiteren Kurstadt

Im Jahr 1998 kaufte ich ein großes Haus in einer weiteren Kurstadt.

Ich baute das Objekt um.

In den oberen Etagen entstanden Ferienwohnungen, während ich im Erdgeschoss ein Restaurant einrichtete: das „Kartoffelhaus“.

Am Anfang lief alles sehr gut.

Doch dann kam die Bäderkrise.

Plötzlich mussten wir uns um zwei Geschäfte gleichzeitig kümmern. Die Belastung wurde immer größer.

Deshalb entschieden wir uns, das „Anno“ in Bad Salzuflen zu verkaufen.

Schon damals hatte ich einen Gedanken im Kopf.

Ich wollte irgendwann nach Mallorca gehen.

Mallorca war für mich schon lange ein besonderer Ort. Ich hatte die Insel lieben gelernt und konnte mir gut vorstellen, dort einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Wie ich bereits an anderer Stelle erzählt habe, hat dieser Plan letztlich nicht geklappt.

Aber der Traum von Mallorca ist mir bis heute geblieben.

Vom Kartoffelhaus zur Friedenseiche

Bis zum Jahr 2008 führte ich das „Kartoffelhaus“.

Danach wechselte ich nach Lage in die „Friedenseiche“, mitten in der Fußgängerzone.

Dort blieb ich bis zum Jahr 2015.

Schon damals sagte ich oft:

„Wenn ich irgendwann wieder mehr Ruhe habe, komme ich nach Bad Salzuflen zurück.“

Und genau diesen Plan setzte ich schließlich um.

Das Wirtshaus Lohhof

Im Jahr 2015 eröffnete ich das „Wirtshaus Lohhof“ in Schötmar.

Wieder begann eine neue Zeit.

Es folgten viele schöne Jahre mit Feiern, Veranstaltungen und unzähligen Gästen.

Wieder durfte ich Menschen kennenlernen, Geschichten hören und selbst Geschichten erleben.

Wenn man so viele Jahre als Gastwirt arbeitet, wird man irgendwann zu einem Teil der Geschichte eines Ortes.

Man kennt die Familien.

Man kennt die Vereine.

Man kennt die Stammgäste.

Man weiß, wer heiratet, wer Geburtstag hat und wer gerade Sorgen hat.

Als Gastwirt ist man nicht nur derjenige, der Getränke ausschenkt.

Man ist Gastgeber, Zuhörer, Gesprächspartner und manchmal sogar ein bisschen Seelsorger.

Jeder Mensch, der durch die Tür kommt, bringt seine eigene Geschichte mit.

Und manche dieser Geschichten bleiben für immer.

Nach 48 Jahren ist Schluss

Ende 2025 war dann schließlich Schluss.

Meine Frau Barbara war gesundheitlich angeschlagen, und auch ich merkte, dass die Zeit gekommen war, kürzerzutreten.

Eigentlich hatte ich mir immer ein Ziel gesetzt:

50 Jahre wollte ich Kneiper sein.

Dieses Ziel habe ich knapp verfehlt.

Aber viele meiner Freunde sagen heute zu mir:

„Kurt, du hast dein ganzes Leben geschuftet. Mach einfach zwei Jahre Urlaub – dann hast du die 50 Jahre auch voll.“

Vielleicht haben sie ja sogar recht.

Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich 48 Jahre voller Arbeit, Freude, Freundschaften und Geschichten.

Ich denke an den kleinen „Isenbecker“ zurück, an meine ersten Schritte als Gastwirt, an den „Werrekrug“, an die großen Jahre im „Kings Pub“, an das „Anno 1571“, an das „Kartoffelhaus“, die „Friedenseiche“ und schließlich an das „Wirtshaus Lohhof“.

Ich denke an die vielen Menschen, die ich kennenlernen durfte.

An die Fußballer und Künstler.

An die Stammgäste und die zufälligen Besucher.

An die Menschen, mit denen ich gelacht und gefeiert habe.

Aber auch an diejenigen, von denen ich mich irgendwann verabschieden musste.

48 Jahre hinter dem Tresen haben mein Leben geprägt.

Der Weg vom Installateur zum Gastwirt war nicht geplant.

Er begann durch eine besondere Situation im Jahr 1977.

Doch manchmal führt das Leben einen Menschen auf einen Weg, den er selbst niemals geplant hätte.

Heute weiß ich:

Die Gastronomie war nicht nur mein Beruf.

Sie war mein Leben.

Und genau deshalb möchte ich die Geschichten dieser 48 Jahre erzählen.

Denn hinter jedem meiner Lokale verbirgt sich ein Stück meines Lebens.

Hinter jeder Theke stehen Erinnerungen.

Und hinter jedem Gast steckt eine eigene Geschichte.

Dies ist die Geschichte eines Ehemannes, eines Vaters und eines Kneipers.

Eine Geschichte voller Begegnungen, Freundschaften, Erfolge, Rückschläge und unvergesslicher Momente.

Und wenn ich eines gelernt habe, dann ist es dieses:

Eine gute Kneipe besteht nicht nur aus vier Wänden, einer Theke und einem Zapfhahn.

Eine gute Kneipe lebt von den Menschen.

Von den Geschichten, die dort erzählt werden.

Von den Freundschaften, die dort entstehen.

Und von den Erinnerungen, die bleiben.

Meine Geschichte als Kneiper ist nach 48 Jahren vielleicht zu Ende.

Aber die Geschichten, die ich in dieser Zeit erlebt habe, sind noch lange nicht erzählt.

Der Flug von Atlanta nach Mallorca – September 1995
Eine Nacht voller Aufregung – und ein Wiedersehen, das ich nie vergessen werde

Im September 1995 flogen wir zur großen Herbalife-Extravaganza in die USA. Für uns war es ein besonderes Erlebnis. Tausende Menschen aus aller Welt trafen sich, um neue Ideen kennenzulernen, erfolgreiche Menschen zu erleben und gemeinsam ein paar unvergessliche Tage zu verbringen.

Doch schon vor dem Rückflug hatte ich einen besonderen Plan.

Während meine Familie wieder nach Hause fahren sollte, wollte ich direkt nach Mallorca weiterfliegen. Dort verbrachten einige meiner besten Freunde bereits ihren Urlaub, und ich hatte mich kurzfristig entschlossen, noch ein paar Tage mit ihnen an der Playa de Palma zu verbringen.

Unser Rückflug führte zunächst von Atlanta nach Frankfurt. Mit an Bord waren meine Frau Barbara, mein Zwillingsbruder Erich, unsere jüngste Tochter Christin – von uns liebevoll „Tini“ genannt – sowie zwei Töchter meines Bruders.

Der Flug verlief problemlos und wir landeten pünktlich in Frankfurt.

Für mich begann nun jedoch eine lange Wartezeit. Rund vier Stunden musste ich auf meinen Anschlussflug nach Mallorca warten. Meine Familie verabschiedete sich von mir und machte sich mit dem Kleinbus auf den Heimweg nach Bad Salzuflen.

Ich hatte zum Glück nur eine kleine Reisetasche dabei – mehr brauchte ich für ein paar Tage Mallorca nicht.

Ein unerwartetes Problem

Der Flug nach Palma verlief ebenfalls ohne Schwierigkeiten.

Doch als ich am Flughafen Mallorca landete, begann das Abenteuer.

Am Gepäckband ging plötzlich nichts mehr. Irgendwo wurde gestreikt, und das Gepäck ließ ewig auf sich warten.

Eigentlich wollten mich meine Freunde direkt am Flughafen abholen, denn ich wusste gar nicht, in welchem Hotel sie untergebracht waren. Es war nur vereinbart worden, dass es ein RIU-Hotel an der Playa sein würde.

Als ich endlich meinen Koffer bekam und in die Ankunftshalle trat, war es bereits gegen zehn Uhr abends.

Meine Verspätung betrug inzwischen fast zwei Stunden.

Ich schaute mich überall um.

Niemand.

Keiner wartete mehr auf mich.

„Ach du Scheiße“, dachte ich.

„Was machst du denn jetzt?“

Auf eigene Faust zur Playa

Zum Glück kannte ich Mallorca inzwischen ziemlich gut.

Ich setzte mich in ein Taxi.

Der Fahrer fragte freundlich:

„In welches Hotel möchten Sie?“

Ich musste lachen.

„Das würde ich selbst gern wissen.“

Ich erklärte ihm, dass meine Freunde irgendwo in einem RIU-Hotel an der Schinkenstraße wohnten.

Also brachte er mich dorthin.

Als ich ausstieg, herrschte das übliche Leben an der Playa.

Die Schinkenstraße war brechend voll.

Musik, Menschen, Stimmen, Gelächter – überall war Betrieb.

Eigentlich hätte ich am liebsten sofort mitgefeiert.

Aber zuerst musste ich meine Freunde finden.

Das erste Hotel – und die große Überraschung

Ich überlegte kurz.

„Dann suche ich eben alle RIU-Hotels der Reihe nach ab.“

Das erste war das RIU Bravo, direkt hinter dem Bierkönig.

Ich ging mit meinem Koffer auf den Eingang zu.

Und plötzlich sah ich jemanden wild winken.

Es war Arndt Mönnekes.

„Kurt! Gott sei Dank!“

Wir fielen uns vor Freude in die Arme.

„Komm schnell mit“, rief Arndt.

„Es gibt ein Problem!“

Deine Frau glaubt, du bist verschwunden

Drinnen erklärte mir Arndt sofort, was passiert war.

Norbert hatte bei meiner Frau angerufen.

Da ich nicht am Flughafen erschienen war und niemand wusste, warum, glaubte man bereits, dass ich gar nicht gelandet sei.

Barbara machte sich natürlich große Sorgen.

„Ruf sofort zu Hause an!“

sagten die Jungs.

Ich schaute sie an und grinste.

„Moment mal…“

„Als Erstes trinke ich jetzt ein Bier.“

Nach fast sechzehn Stunden Reise, dem Umsteigen in den USA, dem langen Warten in Frankfurt und den Problemen auf Mallorca hatte ich einen unglaublichen Durst.

Dieses erste Bier schmeckte wahrscheinlich besser als jedes andere zuvor.

Der erlösende Anruf

Erst gegen halb eins nachts ging ich zum Telefon.

Handys gab es damals noch nicht.

Also rief ich im Anno 1571 an, unserem Lokal in Bad Salzuflen.

Barbara arbeitete an diesem Abend noch dort.

Als sie meine Stimme hörte, war sie den Tränen nahe.

„Wo bist du?“

„Wir dachten schon, dir wäre etwas passiert.“

Ich erklärte ihr ganz in Ruhe, dass ich zwar pünktlich gelandet war, aber wegen des Gepäckstreiks und der langen Suche nach meinen Freunden viel später angekommen war.

Mit jedem Satz wurde ihre Stimme ruhiger.

Erst als sie wusste, dass alles in Ordnung war, fiel ihr ein riesiger Stein vom Herzen.

Und ehrlich gesagt…

auch mir.

Eine lange Nacht unter Freunden

Nachdem das Missverständnis geklärt war, ging ich zurück zu meinen Freunden.

Mit Norbert, Wolfgang, Arndt und den anderen saß ich noch viele Stunden zusammen.

Wir erzählten Geschichten, lachten, tranken Bier und freuten uns einfach, wieder gemeinsam auf Mallorca zu sein.

Die Zeit verging wie im Flug.

Irgendwann bemerkte ich, dass es draußen bereits wieder hell wurde.

Erst im Morgengrauen ging ich schließlich auf mein Zimmer und fiel todmüde ins Bett.

Rückblick

Heute denke ich oft an diese Reise zurück.

Eigentlich hatte alles ganz harmlos begonnen.

Doch ein verspäteter Koffer, ein verpasster Treffpunkt und fehlende Handys sorgten dafür, dass sich meine Familie große Sorgen machte.

Zum Glück ging am Ende alles gut aus.

Es wurde eine aufregende Nacht voller Emotionen, Freundschaft und Erleichterung.

Und sie zeigte mir einmal mehr, wie schnell aus einer kleinen Verzögerung eine Geschichte werden kann, die man ein Leben lang nicht vergisst.

Der Flug von Atlanta nach Mallorca September 1995

Und zwar heute der Flug von Atlanta nach Frankfurt1995 im September fuhren flogen wir zur Extravaganza nach in die USA, nach der Firma Herbalife. Als wir dann zurückflogen, hatte ich mich entschieden, hatte ich mich entschieden mit meinen Kollegen und Freunden nach Mallorca zu begleiten hinzufliegen. Die waren schon da. Wir flogen zurück und landeten in Frankfurt. Meine Frau, mein Bruder Erich, der Zwillingsbruder, dann Christin, Tini und zwei Töchter von Erich Und das Flugzeug landete auch pünktlich in Frankfurt, sodass ich noch vier Stunden warten musste, bis der Flug nach Mallorca ging. Meine Frau und Erich und die Kinder flogen dann, fuhren dann von Frankfurt mit dem Kleinbus nach Hause. Ich hatte eine kleine Tasche dabei, die reichte mir für Mallorca. Dann ist, nachdem der Flug in Mallorca gelandet ist, äh hatte ich Schwierigkeiten, weil die irgendwie gestreikt haben oder nicht, ja, gestreikt haben, hatte ich Schwierigkeiten, mein Gepäck zu bekommen. Denn sie wollten mich abholen vom Flughafen, damit, weil ich noch nicht wusste, welches Hotel das ist. Und dann wollten sie mich abholen und dann wäre ja alles glatt gegangen. Und das war so gegen 10 Uhr abends, als ich dann in, oder als ich dann mein Gepäck kriegte und nach draußen ging in in die Flughafenhalle und, um mir die hatte natürlich schon zwei Stunden Verspätung. Und ich musste feststellen, keiner war da. Ach du Scheiße, habe ich gedacht. Was machst du jetzt? Ja, ich setzte mich ins Taxi. Da ich mich ja am in Mallorca auskannte. Dann hat der Taxifahrer mich gefragt h, wo ich hinwollte, welches Hotel. Oh, sage ich, das weiß ich noch nicht. Er fragte mich war eine Schinkenstraße, Eingang Schinkenstraße. Ich musste in ein Rio Hotel. Das war vornherein klar. Ein Rio Hotel, das das wir gebucht hatten. Das sie hatten für mich mitgebucht, meine Freunde Ja, und dann komme ich da in die Schinkenstraße, hab den Taxifahrer entlohnt und hab meinen Koffer in der Hand und die Straße war natürlich brechend voll abends, Hauptverkehr. Da wollte ich am liebsten gleich da bleiben. Nur, das ging nicht, weil ich ja verabredet war. Ja, jetzt gucke ich, wo gehst du jetzt her? Und dann gehe ich, hab ich mir einen Plan gemacht und sage, jetzt gehst du die ganzen Rio Hotels erst mal ein bisschen ab. Das erste Rio Hotel war Rio Bravo, das ist ja gleich hinter dem, hinter dem Bierkönig. Dann bin ich zum Rio Bravo hoch und, was, was sah ich vor mir? Da war schon einer am Winken. Ali, Arndt stand vor der Tür, Arndt Mönnekes, und hat mir zugerufen, Gott sei Dank, sag ich, Gott sei Dank. Ich war gerade angekommen, er in den Arm, und in den Arm freuten uns, dass wir uns getroffen haben. Und dann sagt er, du musst schnell mitkommen. Ich sage, was ist passiert? Ja, Norbert. Norbert hat bei deiner Frau angerufen. Du wärst nicht gelandet. Oh, sag ich, das ist aber nicht gut. Ich hin. Norbert, was ist los? Ja, deine Frau hat gesagt, du bist geflogen, du musstest noch warten, du müsstest schon längst da sein. Ruf mal bitte sofort deine Frau an. Ich sage, Moment mal. Als erstes trinke ich erst mal ein Bier. Ich habe Durst. Und wie, was für einen Durst. Wir waren ziemlich lang unterwegs. Wir waren, wir mussten einmal umsteigen in in in Amerika. Da waren wir, ich weiß es gar nicht mehr so genau, 16 Stunden ungefähr unterwegs. Und jetzt ging es ja noch in Malle weiter. Denn ich hatte einen fürchterlichen Brand. Oh, dachte ich, nun, das fängt ja gut an. Dann bin ich mit den Jungs, haben wir dann in der Bar gesessen, noch draußen und haben noch ein paar ordentlich getrunken und dann bin ich so gegen1 Uhr oder halb eins ans Telefon. Wir hatten ja kein Handy damals noch nicht. Und dann und habe bei meiner Frau im Laden an, weil die arbeitet ja noch im Anno. Und da hatte ich im Anno angerufen, Anno 1571, meinen Laden, hatte ich angerufen. Und dann war sie am Telefon und war schon fast am, ja, am Heulen. Sie muss, sie, ja, sie schnulzte, sie war fast am Heulen. Was ist denn los, wo bist du, bist du nicht gelandet und so weiter? Ich sag, ich hatte ja erklärt, dass ich gelandet bin und so weiter. Und dann hat es sich erledigt und dann war klar, ich ging wieder zurück an den an die Bar. Und dann habe ich noch mit einigen meiner Freunde mit den Norbert und dem Wolfgang und Arni, ja, noch getrunken und ich habe bis den anderen Morgen haben ich da gesessen. Es wurde schon wieder hell, bis ich dann endlich aufs Zimmer ging und erstmal geschlafen habe. Das war eine schon aufregende Nacht und ein ganz entscheidender Punkt in meinem Kurzurlaub. Dankeschön